Totes Meer, Kings Road und Petra

In einem Straßenrestaurant essen wir seehr preisgünstig zu Mittag und am Nachmittag erreichen wir das Tote Meer, wo wir uns in einem Hotel direkt am Meer einquartieren. Es sind kaum Gäste im Haus, hier ist nicht nur Totes Meer, sondern auch tote Saison. Vom Strand aus sehen wir zu, wie hinter Jericho die Sonne untergeht. Km 266/860.

Montag, 20. Jänner 14, Tag 5: Madaba, Totes Meer

Am Vormittag fahren wir hinauf nach Madaba und sehen uns zunächst die St. Georgs-Kirche an. Es ist eine griechisch-orthodoxe Kirche, deren Ikonen nicht gemalt, sondern als Mosaike hergestellt wurden. Die eigentliche Besonderheit ist allerdings das Mosaik einer Palästina-Landkarte aus dem sechsten Jahrhundert, über das und zu dessen Schutz die Kirche vor 120 Jahren gebaut wurde. Im so genannten Burnt Palace und in der Apostelkirche sehen wir uns weitere Mosaike an. Zufällig kommen wir an einem der wenigen Alkoholläden vorbei, wo wir ein paar Bier einkaufen. Wir sind erstaunt, dass ausgerechnet in einem Land, in dem der Islam eine große Rolle spielt, Bier mit 8, 10, 12, ja sogar 16 Prozent Alkohol hergestellt bzw. importiert wird. In einem einfachen Restaurant essen wir zu Mittag pipi-feines (!) Grillhendl. Auf der Fahrt hinunter zum Toten Meer passieren wir eine Feuerwache mitten in der Wüste, etwa 15 Kilometer nach Madaba und etwa 15 Kilometer von den ersten Hotels am Meer entfernt. Den Nachmittag verbringen wir am Strand. Auch wenn man es schon oft gehört hat, dass man im Toten Meer nicht untergeht, ist ein Bad darin wirklich ein tolles Erlebnis. Anschließend im Süßwasserpool kommt man sich dann furchtbar schwer vor. Km 70/930.

Dienstag, 21. Jänner 14, Tag 6: Mount Nebo, Umm er Rasas, Kerak

Gleich in aller Früh sind wir am Mount Nebo, auf dem Gott Moses das Gelobte Land gezeigt haben soll. Tatsächlich sehen wir bis hinüber nach Israel, sogar Jerusalem ist erkennbar. Trotz des tollen Ausblicks sind wir etwas enttäuscht, denn die Taufkapelle ist wegen Renovierung geschlossen (die Wiedereröffnung sollte 2009 stattfinden) und das bekannte Tiermosaik mit dem Zebra nicht zugänglich. Über den Desert-Highway fahren wir nun ein Stück nach Süden, bis wir nach Umm er Rasas abbiegen. Die archäologische Stätte ist auf den ersten Blick enttäuschend, praktisch alle Bauten sind gründlich zerfallen. Dennoch (oder gerade deshalb?) hat man unter Trümmern tolle Mosaike gefunden. Ein riesiges und fast unversehrtes Mosaik auf dem Boden einer Basilika aus dem 8. Jahrhundert, das unter anderem Ansichten vieler Städte der Region zeigt, wird von einer großen eisernen Dachkonstruktion vor Verwitterung geschützt. Weitere Mosaike sind ohne jeden Schutz der Verwitterung und vor allem den Touristenschuhen ausgesetzt, so zum Beispiel eine Darstellung zweier Löwen. Auf der King's Road fahren wir nun weiter südwärts, queren das spektakuläre Wadi Mujib, das an den Grand Canyon erinnert, und halten in Kerak, um der dortigen Festung einen Besuch abzustatten. Wegen des Wassers aus dem Stausee ist die Gegend sehr fruchtbar, auf vielen Feldern sprießt eben das erste Grün, allerlei Gemüse wird an der Straße zum Kauf angeboten. Mit dem Wadi Hasa queren wir einen weiteren Canyon und ab Tafila wird die Gegend wieder zur Wüste. Kurz vor der Dämmerung erreichen wir bei Dana einen Aussichtspunkt, der einen tollen Blick ins Wadi Araba, das Tal zwischen Rotem Meer und Toten Meer, bietet. Erst bei Dunkelheit treffen wir in Petra ein, wo wir zunächst in einem winzigen Lokal zu Abend essen und dann unser reserviertes Zimmer in einem Hotel beziehen, das unsere Erwartungen nicht so ganz erfüllt. Susi sagt: Wenigstens ist die Bettwäsche sauber. Km 341/1.271.

Mittwoch, 22. Jänner 14, Tag 7: Petra

An den bisher besichtigten Sehenswürdigkeiten mussten wir keinen Eintritt bezahlen, oder nur wenige Dinare. Ganz anders in Petra: Hier hat man das Eintrittsgeld vor kurzem von 26 auf 50 Dinar (55 Euro) pro Person angehoben; Touristen, die nicht in Petra übernachten, bezahlen sogar 90 Dinar! Da wir wissen, dass hier große Wegstrecken zurückzulegen sind und Susi ja nicht so toll zu Fuß unterwegs ist, mieten wir eine Kutsche, die uns bis Khazne Faraun bringt. Zunächst geht es ein Wadi abwärts, in dem bald in den Felsen eingehauene Gräber auftauchen, eines mit Obelisken darüber. Nun führt der Weg durch den Siq, eine enge, etwa eineinhalb Kilometer lange und über 70 Meter tiefe Schlucht, teilweise nur wenige Meter breit, stellenweise ist noch das Pflaster aus der Römerzeit zu sehen. Und plötzlich öffnet sich die Schlucht und wir stehen staunend und zu tiefst beeindruckt vor dem in den roten Fels gehauenen Grabtempel Khazne Faraun. Als wir endlich den Blick von der imposanten Fassade abwenden können, gehen wir durch die nun breitere Schlucht, in deren Wände immer wieder Gräber eingehauen sind. Dann öffnet sich das Gelände und wir stehen vor dem ehemaligen Stadtzentrum von Petra. Natürlich gibt es ein Amphitheater, doch dieses ist nicht aus Steinen erbaut, sondern aus dem Felsen herausgehauen. Der Cardo maximus, die Hauptstraße, weist teilweise noch Originalpflaster auf, doch die meisten Bauten, etwa das Nymphaeum und der große Tempel sind schon verfallen. Lediglich der Qasr el Bint, der Palast der Pharaonentochter, ragt noch an die 30 Meter auf. Nun geht es über mehr als 800 Stufen gut 200 Höhenmeter hinauf auf das Felsplateau Ed Deir. Auf Grund der vielen verwackelten Fotos aus der rüttelnden Kutsche gehe ich zu Fuß, für Susi wählen wir einen Esel. Während sie Mühe hat, sich auf dem Tier zu halten, schwitze ich bald wie verrückt, denn ich versuche natürlich mit dem Esel und seinem Treiber Schritt zu halten. Die Eseltreiber sind übrigens Banditen, denn sie bringen einen nicht ganz hinauf auf das Plateau, sondern setzen einen auf einem kurzen ebenen Stück ab und verschwinden sofort. Doch gleich nach einer Biegung kommt nochmals ein steiler Anstieg, wo andere Eseltreiber sich nochmals ein paar Dinare verdienen wollen. Auf dem Plateau beeindruckt uns der Tempel von Ed Deir, der Khazne Faraun auf den ersten Blick sehr ähnlich sieht. Vom gegenüber liegenden Cafe genießen wir den ergreifenden Blick auf den Tempel. Von einem nahen Aussichtspunkt hat man einen Blick auf den Tempel und auf der anderen Seite ins Wadi Araba bis hinüber nach Israel. Zu Mittag essen wir im einzigen Restaurant am Fuße der 800 Stufen sehr gut, aber auch sehr teuer. Für den Weg zur Königswand und dann weiter nach Khazne Faraun mieten wir wieder einen Esel. Die Königswand ist ein weiteres absolutes Highlight im wahrsten Sinne des Wortes, denn sie leuchtet in der Nachmittagssonne. Hier sind auf mehreren hundert Metern Breite Gräber mit teils zweistöckigen Tempelfassaden in den Felsen gehauen. Wir bleiben dann noch eine Weile vor der Khazne Karaun sitzen und lassen das Bauwerk noch einmal auf uns wirken, soweit dies jetzt möglich ist, denn nun wimmelt es von Japanern, Italienern und Souvenirverkäufern. Während Susi wieder mit der Kutsche durch den Siq fährt, gehe ich zu Fuß, um doch noch ein paar brauchbare Bilder zu machen. Km 1/1.272.

Donnerstag, 23. Jänner 14, Tag 8: Little Petra, Aqaba

Bevor wir unseren Weg nach Süden fortsetzen, machen wir noch einen Abstecher ins nur wenig Kilometer entfernte El Barid, oder Little Petra, wie es auch genannt wird. Auch wenn es außer zwei oder drei Fassadengräbern nicht viel zu sehen gibt, lohnt der Ausflug, denn in einem Raum gibt es eines der ganz wenigen farbigen Fresken aus der Nabatäerzeit zu sehen. Außerdem hat man von unterwegs einen tollen Blick hinunter auf das ehemalige Stadtzentrum von Petra. Die gleich neben Little Petra gelegene prähistorische Stätte El Beidha ist enttäuschend. Wir treffen auf Beduinen, die bereits sesshaft sind. Sie leben (noch) in Zelten, bestellen aber (schon) mit dem Traktor Felder, auf denen sie Gras für ihre Tiere anbauen. 

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