Süditalien
Donnerstag, 16. Oktober 25, Tag 1: Crete
Wir starten zeitig in der Früh, halten Mittagsrast in Palmanova, der genial achteckig angelegten Stadt südlich von Udine, und erreichen die südlich von Siena gelegene und an eine Mondlandschaft erinnernde Crete bei schönstem, abendlich-goldenen Licht. Wir übernachten auf einem Parkplatz vor dem Kloster Monte Oliveto. Km 870.

Freitag, 17. Oktober 25, Tag 2: Civita di Bagnoregio
Nicht, weil die Mönche so lange schlafen, sondern wegen der Morgenmesse sperrt das Kloster erst um halb zehn auf. Aber ein schöner Kreuzgang mit Fresken und ein Museum belohnen das Warten. Auf der weiteren Fahrt durch die südliche Toskana halten wir an der Capella Vitaleta. Wir sind erstaunt, wieviele Touristen noch unterwegs sind. In Pienza essen wir in der Altstadt im Freien zu Mittag (Wildschwein) und genießen die tolle Aussicht auf die sanfte Landschaft. Ein echtes Highlight ist Civita di Bagnoregio, eine mittelalterliche Stadt auf einem Tuffsteinfelsen. Weil der weiche Untergrund durch die Erosion langsam abbröckelt, wird sie auch die "sterbende Stadt" genannt. Angeblich gibt es nur mehr zehn ständige Einwohner. Die Stadt ist nur über eine Fußgängerbrücke erreichbar, zu der wir uns mit einem Shuttlebus bringen lassen, weil die Zufahrt für Fahrzeuge über 2,5 Tonnen verboten ist. Sowohl bei der Hin-, als auch bei der Rückfahrt fährt uns der Bus vor der Nase davon und wir müssen jeweils länger warten. Der Blick von einem Aussichtspunkt vor der Brücke ist grandios. Leider entschließe ich mich in einem Anfall von Selbstüberschätzung, über die Brücke in die Stadt hinüberzugehen. Es geht zunächst weit hinunter und drüben wieder hinauf und natürlich später alles zurück. Mein kürzlich gebrochenes Bein dankt es mir mit heftigem Schmerz. Km 141/1.011.

Samstag, 18. Oktober 25, Tag 3: Caserta
Nach 300 Straßenkilometern verbringen wir den Tag in Caserta. Zunächst sehen wir uns das Schloss San Leucio an, das früher neben pompösen Räumlichkeiten eine Seidentextilfabrik beherbergte und von dem es einen schönen Blick auf den Vesuv gibt. Zum Mittagessen fahren wir hinauf auf die auf einer Anhöhe gelegene mittelalterliche Stadt Casertaveccia. In einem netten Lokal bestelle ich gebratenes Wildschwein, das dann erstens ohne jede Beilage kommt und zweitens völlig ungenießbar ist. Nach einem Bissen sag ich dem Wirt, er kann's wieder abservieren, was er ohne jeden Kommentar auch macht. Sabine ist so selbstlos und lässt mich an ihrer Pizza teilhaben. Wieder unten in Caserta besuchen wir die hinter dem riesigen Schloss (größer als der Buckingham Palace) auf einem Hang gelegene, vier Kilometer lange Parkanlage. Zuerst wollen sie mich mit dem E-Scooter, den ich wegen meiner Gehbehinderung mithabe, nicht in den Park lassen, aber das aufgeklebte Behindertenlogo wirkt Wunder. Sabine muss leider gehen. Die Nachtplatzsuche gestaltet sich sehr schwierig, die Gegend ist praktisch durchgehend dicht besiedelt und ziemlich heruntergekommen, es gibt keinen Platz, an dem man bedenkenlos nächtigen möchte. Wir steuern daher einen teuren Stellplatz am Fuß des Vesuvs an. Km 365/1.376.

Sonntag, 19. Oktober 25, Tag 4: Vesuv, Pompeji
Wir haben gestern online ein Ticket für die Besteigung des Vesuvs gebucht und müssen zwischen 9 und 10 beim Gate sein. Am Parkplatz hören wir, dass die weitere Auffahrt, die mit einem Shuttlebus zurückgelegt werden muss, wegen eines Radrennens gesperrt ist. Ob vielleicht ein Shuttlebuss doch fährt, bevor die Radfahrer kommen, oder nicht und ob man auch wieder hinuntergebracht wird, keiner weiß Bescheid, keiner kennt sich aus. Es sind erstaunlich wenig Besucher da und vier kleine Busse stehen bereit. Tatsächlich fährt ein Bus. Doch leider sitzen wir wegen einer Blödsinnigkeit, die auf meine Kappe geht, in dem nicht drin. Wir setzen uns in den zweiten und warten auf weitere Fahrgäste, die aber nicht kommen. Sabine gelingt es, den Fahrer zu bewegen, mit nur uns beiden an Bord loszufahren. Vom Ende der Straße geht es nun zu Fuß hinauf zur Caldera. Eigentlich wollte ich mein lädiertes Bein schonen und Sabine alleine hinaufgehen lassen, doch dann denke ich, ich versuche es und schau mal, wie weit ich komme. Wir gehen sehr langsam und unglaubicherweise schaffe ich den Aufstieg. Der Ausblick in den Krater, aber vor allem hinunter auf Neapel und den Golf mit seinen Inseln ist echt beeindruckend. Wir feiern den Bergsieg mit einem Glas Prosecco, denn da oben gibt es ein Cafe. Der Abstieg zieht sich dann aber in die Länge, weil mein Bein schmerzt. Es kommen uns massenhaft Leute entgegen, anscheinend ist das Radrennen vorbei. Am Nachmittag möchten wir uns Pompeji ansehen. Wir stellen uns gleich auf den erstaunlich günstigen Campingplatz neben dem Eingang. Auch in Pompeji darf ich (nach kurzer Diskussion) mit dem Scooter rein, was aber eine echt schlechte Idee ist. Es standen zwar beim Eingang Rollstühle zur Verfügung, aber barrierefrei schaut völlig anders aus. Großteils liegt noch das zweitausend Jahre alte Straßenpflaster aus großen Steinen mit breiten Fugen. Völlig unmöglich, mit dem Scooter zu fahren. Die Anlage ist so riesig und so voller Leute, dass mein Bein, das sich bei einer Mittagsrast gut erholt hatte, schnell wieder stark schmerzt. Wir müssen die Besichtigung drastisch kürzen und kehren mehr (ich) oder weniger (Sabine) erschöpft zum Campingplatz zurück. Den Abend beschließen wir in einem unweit gelegenen urigen Restaurant, in dem die Kellner und viele Gäste in Togen gekleidet sind. Km 39/1415.

Montag, 20. Oktober 25, Tag 5: Amalfiküste
Wir fahren die Halbinsel Sorrent hinaus, von der sich immer wieder schöne Blicke auf Neapel und den Vesuv bieten, bis zum kleinen Ort Termini, von dem man nach Capri hinüber sieht. Eine kurze Wanderung führt zur Kirche San Constanzo. Die Rückfahrt führt über den Grat der Halbinsel, so dass man nach jeder Kurve ein anderes Meer sieht, einmal den Golf von Neapel und einmal den Golf von Sorrent. Am Nachmittag geht es dann die Amalfiküste entlang, doch da gibt es zwei Probleme: Erstens besteht für die gesamte Region ein Fahrverbot für Wohnmobile von 6:30 bis 24 Uhr. Gut, dass unser Zerberus nicht wie ein Womo, sondern wie ein Lieferwagen aussieht. Eigentlich wollten wir den einen oder anderen Ort an der Amalfiküste ansehen, aber das ist völlig undenkbar, denn es gibt (zweitens) einfach keine Parkplätze. In Amalfi etwa werden wir durchgewunken; die einzige Parkmöglichkeit wäre eine Parkgarage weit außerhalb des Ortes, aber da passt natürlich ein Zerberus nicht hinein. Nur an wenigen Parkbuchten zwischen den Orten kann man für ein Foto anhalten, die allermeisten Plätze sind von Einheimischen belegt, weil auch die in den Orten keine Parkmöglichkeit haben. Man kann sich gut vorstellen, welch Chaos hier in der Hauptsaison herrscht. Davon abgesehen ist die Amalfiküste einfach wunderschön. Malerisch schmiegen sich die Dörfer mit ihren pastellfarbenen Häusern an die Steilhänge. Wir übernachten auf einem gut besuchten Stellplatz außerhalb von Salerno. Km 112/1527.

Dienstag, 21. Oktober 25, Tag 6: Paestum
Heute wollen wir uns die weitläufige archäologische Stätte Paestum ansehen, doch leider lassen sie mich, selbst nach Ziehen aller schauspielerischen Register, nicht mit dem Scooter rein. Stattdessen wird mir ein Rollstuhl zur Verfügung gestellt, den ich natürlich nicht ablehnen kann, weil ich schon gesagt habe, dass ich kaum gehen kann. Sabine schiebt mich. Aber nicht weit, weil der Weg bald holprig und sowohl für Rollstuhl als auch für Scooter unpassierbar wird. Wir parken den Rollstuhl und erkunden die Stätte per pedes dolentes. Neben Unmengen unspektakulärer Mauerreste gibt es drei wirklich beeindruckende, weil gut erhaltene, griechische Tempel zu sehen. Rechtzeitig zum Ende unserer Besichtigung beginnt es zu regnen, idealer Zeitpunkkt für den Besuch des sehenswerten Museums. Auf der Weiterfahrt entdecken wir eine Fleischerei mit angeschlossener kleiner Gastwirtschaft. Man kann die Speisen aus einer Vitrine auswählen und wir wählen einiges (ein überbackenes Nudelgericht, einen Auflauf, Hühnerbeine, panierte mit Speck umwickelte Schweinefleischstücke, Salat, frisches Brot) in der Annahme, dass wir von allem ein wenig bekommen. Was uns dann aber serviert wird, schmeckt erstens ausnahmslos fantastisch und ließe sich zweitens auf zweimal nicht essen. Unmöglich! Die Überraschung kommt mit der Rechnung: Die Gaumenfreuden kosten samt Getränken 18 (achtzehn) Euro und ein Trinkgeld müssen wir der Kellnerin aufdrängen, das wollte sie zuerst gar nicht annehmen. In Santa Maria di Castellabato machen wir einen Spaziergang zur Bunten Madonna, einer allerdings nur dreifärbigen und unerwartet kleinen Metallstatue am Meer. Bis Pisciotta gibt es über etwa zehn Kilometer Luftlinie keine Küstenstraße und man muss in die Berge. In dem Bergdorf Ascea ist aber die Weiterfahrt in alle drei möglichen Richtungen verboten. Es gibt Ausnahmen für Rettung etc. und eine Tafel kündiget eine Videoüberwachung an. Wir fragen mehrmals nach dem Weg und alle schicken uns in eines der drei Fahrverbote. Die asphaltierte Straße ist gewellt und wird immer schmäler und ist offensichtlich wegen Hangrutschungen gesperrt. Aber andere fahren auch hier und letztendlich kommen wir gut in Marina di Pisciotta an. Der Ort ist ziemlich abgelegen und hat schon die Gehsteige hochgeklappt. Wir campieren am Ortsrand direkt am Meer. Perfetto! Km 135/1.662.

Mittwoch, 22. Oktober 25, Tag 7: Scalea
Nach einem Bad im Meer (gemeint ist ein Fußbad) fahren hinauf nach Pisciotta, spazieren durch die alte Stadt und blicken auf das wolkenverhangene Meer hinunter. In Praia a Mare wollen wir uns die Grottenkirche ansehen, sind schon mit Regenjacken und Wanderstöcken ausgestattet, als wir nach wenigen Schritten feststellen müssen, dass der Weg hinauf zur Grotte gesperrt ist. Im nächsten Moment macht es einen Schütter, der uns ohnehin den Aufstieg verleidet hätte. Vom Auto aus sehen wir uns die Isola di Dino an und einen der vielen Wachtürme, die hier wegen der Sarazenenüberfälle errichtet wurden. In Scalea steigen wir während einer Regenpause durch die Altstadt hinauf zur Festung, von wo man einen tollen Blick über die Neustadt hat. Nun geht es durch die Lao-Schlucht nach Papasidero, zumindest geplant wäre das gewesen. Doch die Straße endet bei einem Kraftwerk und das Bergdorf muss ausfallen. Im Flussbett weidet eine riesige Ziegenherde. Kaum hat uns der Leitbock wahrgenommen, springt er auf die Straße und alle Ziegen folgen. Wir übernachten auf einem Mini-Campingplatz vor Diamante direkt am Meer, wo ein heftiges Gewitter über uns niedergeht. Km 169/1.830.

Donnerstag, 23. Oktober 25, Tag 8: Diamante
Der Ort Diamante ist bekannt für die Murales (Wandmalereien), die einen Spaziergang durch die Gassen zu einem Erlebnis machen. Weil es gerade sonnig ist, sitzen wir eine Weile an der Uferpromenade, wo witzigerweise ein Warnschild eine romantische Zone ausweist. Als wir später durch die kleine, alte, auf einem Hügel gelegene Stadt Piemontese spazieren, nieselt es schon wieder. Die Stadt ist charmlos und kaum bewohnt. Nun folgt ein Besuch bei Franziskus von Paola. Wir treffen ihn in einem Kloster, in einer Nebenkapelle der Klosterkirche, wo seine heiligen Gebeine in einem Schrein ruhen. Man kann seine Schuhe, lederne Kleidung, ein Stück eines Knochens und ein Zahn bestaunen. In Cosenza sehen wir uns die Sammlung moderner Skulpturen an, die die Fußgängerzone zieren. Wir campieren auf einer Waldlichtung nahe der Autobahn. Km 141/1.972.

Freitag, 24. Oktober 25, Tag 9: Pizzo
Der nächtliche Sturm hat ein Bäumchen quer über den Zufahrtsweg zu unserer Lichtung gelegt, das sich nur unter Einsatz von Säge und Hacke entfernen lässt. Unser erstes Ziel heute ist die Piedigrotta, eine Höhle am Meer, die im 17. Jahrhundert von überlebenden Schiffbrüchigen angelegt wurde und seither als Kapelle dient. In der Höhle befinden sich zahlreiche Statuen, einige Figuren wurden erst in letzter Zeit hinzugefügt, etwa jene, die John F. Kennedy und Papst Johannes Paul II. zeigen. In Pizzo machen wir kurz am Strand unter der Burg für einen Spaziergang halt. Als wir wieder abfahren wollen, springt der Zerberus nicht mehr an. Um zu verstehen, warum ich gleich voll in Panik gerate, muss man wissen, dass ich in den letzten Monaten zweimal den Starter erneuern lassen musste. Der Mechaniker hat damals gemeint, sollte der Starter wieder kaputt gehen, müsste man das Getriebe zerlegen, um die Schwungscheibe auszutauschen. Beim nächsten Startversuch springt der Motor aber an und wir sind lange unentschlossen, was wir weiter tun sollen. Wir entscheiden, 50 Kilometer nach Lamezia Terme zurückzufahren, um die dortige Mercedes-Werkstätte aufzusuchen. Dort sind sie sehr freundlich, nehmen sich sofort für uns Zeit, schließen den Diagnosecomputer an, finden aber keinen Fehler, raten uns, ein Relais auszutauschen, das sie aber nicht vor Dienstag ins Haus bekommen. In der Annahme, dass das Schwungrad und nicht das Relais ursächlich ist, setzen wir die Reise fort. Die Werkstatt nimmt übrigens kein Geld von uns, nicht mal ein Trinkgeld. In Zungri sehen wir uns noch die Citta di Pietra an, eine bis ins 15. Jahrhundert bewohnte Höhlensiedlung. Wir übernachten in Parghelia auf einem Parkplatz, der nur durch drei Meter hohes Schilf vom Meer getrennt ist. Der Starter hat übrigens bisher keine weiteren Probleme gemacht.1 Km 223/2.196.

Samstag, 25. Oktober 25, Tag 10: Scilla
Als würden die Häuser jeden Moment abstürzen, liegt die Altstadt von Tropea auf der Steilküste. Auf einem Felskegel, nur schmal mit dem Land verbunden, befindet sich eine Kirche, zu der Sabine aufsteigt; ich schone mein Bein. Wir halten kurz am Capo Vaticano für einen Blick in die Brandung und machen dann einen verlängerten Mittagsstopp an einem Sandstrand bei Palmi. Leider ist alles total vermüllt, man fühlt sich wie in einem Dritte-Welt-Land, und es dauert eine Weile, bis wir einen halbwegs akzeptablen Platz finden. Es ist sehr warm, wir sitzen lange in der Sonne und nehmen auch ein Bad. An der Strandpromenade in Scilla essen wir ein Eis mit Blick auf die Burg, die über der Stadt thront. In der engen und verwinkelten Ausfahrt aus der Stadt verkeile ich um ein Haar den Zerberus in einer bogenförmigen Unterführung mit unmittelbar folgender scharfer Abbiegung. Einige Kilometer weiter sind wir schon nahe an Sizilien: Messina scheint nur einen Steinwurf weit entfernt. Wir übernachten über Scilla neben einer Kapelle mit Blick auf Sizilien, eigentlich ein toller Nachtplatz, aber es kommen immer wieder Autos, die neben uns parken und dann wieder abfahren. Das macht kein gutes Gefühl, aber im Dunkeln einen neuen Platz zu suchen ist auch keine Option. Km 123/2.319.

Sonntag, 26. Oktober 25, Tag 11: Reggio di Calabria
Sonntags und zeitig in der Früh kommen wir staufrei nach Reggio di Calabria. Es gibt auch reichlich Parkplätze, sogar direkt vor dem Dom. Der ist eher klein und auf einen Turm oder gar zwei hat man beim Bau vergessen oder ist das Geld dafür dem organisierten Verbrechen zum Opfer gefallen? Wer weiß. Auch das Castell ist ziemlich winzig ausgefallen. Unsere Fahrt führt nun mit schönen Blicken auf den rauchenden Ätna um die Stiefelspitze Italiens herum. Hier ist alles plötzlich nicht mehr grün, sondern braun, von der Sonne des Sommers verbrannt. Wir fahren zu dem kleinen Dorf Pentedatillo hinauf, das malerisch unter einem Felsen, der an fünf Finger erinnert, gelegen ist. Der Ort ist seit einem Erdbeben 1873 unbewohnt, trotzdem dürfen ein paar Souvenirläden nicht fehlen. Von Amendolea fahren wir auf einer wirklich abenteuerlich steilen Straße mit engsten Kurven zur verfallenen Burg Ruffo hinauf. Von hier könnte man in das Bergdorf Bova weiterfahren, doch die Straße dorthin sieht nicht weniger abenteuerlich aus. Es siegt die Vernunft, wir fahren über den weitaus längeren Weg über die Küstenstraße, wir haben dem Zerberus ohnehin hier schon viel zugemutet. Bova ist wie ausgestorben. Die Straße endet am Dorfplatz und es gibt sogar freie Parkplätze. Ein Espresso und ein Cafe corretto kosten je einen Euro und der Wirt stellt sogar noch selbstgemachten Kuchen dazu. Auf einem weiteren Platz steht, völlig unpassend für ein Bergdorf, eine alte Dampflokomotive. Die hat vor langer Zeit ein Bürgermeister hertransportieren lassen als Zeichen für den Fortschritt. Der allerdingst ist nirgendwo zu sehen. Abends fahren wir noch in die Bergstadt Gerace, wo wir ein nettes Plätzchen für die Nacht finden. Wir sind schon sehr hungrig, finden aber lange kein offenes Restaurant. Manche haben saisonbedingt zu, andere sperren erst später am Abend auf und wieder andere servieren nur Kleinigkeiten. Dann aber findet der Tag bei einer Pizza einen guten Abschluss. Heute war es mit 27 Grad und strahlendem Sonnenschein echt heiß. Km 192/2.511.

Montag, 27. Oktober 25, Tag 12: Le Castella
Es stünden noch mehrere malerische Bergdörfer auf dem Programm, aber die dunklen Wolken, die sich an den Bergen stauen, lassen uns an der Küste weiterfahren. Eine gute Idee, denn bald ist es sonnig und warm. Bei der Besichtigung der Festung in La Castella weht uns aber eine heftige Brise um die Köpfe. Der unangenehme Wind verleidet uns einen Aufenthalt an einem der ansonst recht ansprechenden Strände. Km 296/2.807.

Dienstag, 28. Oktober 25, Tag 13: Tarent
Nach dem Frühstück sitzen wir gemütlich mit einem Buch am Strand und lassen uns von den beiden Sonnen bescheinen: die am Himmel und die sich im Meer spiegelnde. Wir fahren weiter den Golf von Tarent entlang, halten an der Festung am Kap Spulico und in Rocca Imperiale, einer kleinen, alten Stadt mit Burg auf einem Hügel. In Tarent gibt es echt viele Parkplätze, aber echt noch viel mehr Autos und so muss sich die Stadtbesichtigung auf eine Stadtrundfahrt beschränken. Meine Mobilität ist heute besonders eingeschränkt (der Hax'n tuat recht weh). Es gibt alte Häuser mit Patina, schöne Uferpromenaden am kleinen und großen Meer (die Altstadt liegt auf einer Insel am engen Eingang zu einer Meeresbucht) und ein Kastell. Auf dem Weg nach Gallipoli an Italiens Stiefelabsatz halten wir in dem etwas enttäuschenden Padula Bianca, aber wir finden es gescheiter, hier in Ruhe in der Abendsonne zu sitzen, als Zeit mit der Suche nach einem besseren Platz zu vergeuden. Km 258/3.065.

Mittwoch, 29. Oktober 25, Tag 14: Lecce
In Gallipoli können wir zusehen, wie die Fischerboote am Kai gegenüber der Festung einlaufen und ihren (bescheidenen) Fang an Ort und Stelle versteigern. Für die Stadtbesichtigung von Lecce nehmen wir uns mehr Zeit. Die Piazza Sant' Oronzo ist ein außergewöhnlicher Platz, denn ein Großteil seiner Fläche wird von einem antiken Amphitheater eingenommen. Daneben befinden sich der Palazzo del Seggio, ein quaderförmiger Steinbau aus dem 16. Jahrhundert, der einen bronzenen Bischof mit erhobenem Finger beherbergt, und eine der beiden Säulen, die einst das Ende der Via Appia in Brindisi markierten und die als Geschenk hierher kam und einen weiteren Bronzebischof mit mahnendem Finger trägt. In der Stadt gibt es viele Barockbauten, am schönsten die Basilica di Santa Croce mit ihrer beinahe erdrückend überladenen Fassade, und der Dom. Zum Mittagessen steuern wir den Ferienort Marina di Ostuni an, doch hier sind alle Rollläden unten, der Ort ist wie ausgestorben. Erst am Hafen finden wir ein Cafe, das dann erfreulicherweise auch was zum Essen anbietet und überdies unseren Gaumen mit einer apulischen Vorspeisenplatte schmeichelt. Den Nachmittag verbringen wir chillend in der Sonne. Km 134/3.199.

Donnerstag, 30. Oktober 25, Tag 15: Alberobello
Wir kommen zur besten Foto-Zeit nach Ostuni: Die weißen Häuser strahlen in der Morgensonne. Den Vormittag halten wir uns in Alberobello, der Hauptstadt der Trulli, auf. Wir kriegen noch leicht einen zentralen Parkplatz und haben die Stadt noch kurz für uns, bevor gegen Mittag schon die Touristenschwärme einfallen. Zum Nachmittagskaffee sitzen wir nochmal in der Sonne, es hat noch 23 Grad. Wir fahren bis Termoli, wo wir auf einem Parkplatz an der Promenade am Meer übernachten. Km 347/3.541.

Freitag, 31. Oktober 25, Tag 16: Udine
Mit einem Boxenstopp zu Mittag in Forli geht es heute bis nach Udine, wo wir auf einem Parkplatz neben einem Friedhof und einem Einkaufszentrum übernachten. Km 751/4.292.
Samstag, 1. November 25, Tag 17: Laßnitzhöhe
Wir machen einen kleinen Umweg und besuchen Susi, die in der Steiermark ihre Reha absolviert. Km 546/4.822.
1 Und macht er auch bis zur Heimkehr nicht.